Autofahren im Ausland – das solltest du wissen!

Autofahren im Ausland – das solltest du wissen!

Wenn du dauerhaft oder für einen vorübergehenden Zeitraum im Ausland arbeitest, ist es je nach Zielregion einfach praktisch, wenn du schnell ins Auto springen kannst, um Besorgungen zu erledigen oder Entfernungen zu überwinden. Schließlich ist der öffentliche Nahverkehr nicht überall perfekt ausgebaut.

 Bevor du dir aber ein Auto mietest oder gar eines kaufst, solltest du dich mit den Verkehrsregeln im jeweiligen Land vertraut machen und vor allem klären, ob du dich überhaupt legal hinter das Steuer setzen darfst! Du brauchst nämlich eine gültige Fahrerlaubnis und dein deutscher Führerschein wird längst nicht überall anerkannt. 

Wann du einen internationalen Führerschein brauchst

Die Anforderungen an den Führerschein im Ausland variieren je nach Reiseziel: 

ReisezielErforderlicher FührerscheinWichtig zu wissen
Innerhalb der EUDeutscher Führerschein
(muss gültig sein)
Bei Ablauf: Umtausch in Führerschein des Gastlandes.
Außerhalb der EUOft Internationaler Führerschein
(zusätzlich zum deutschen)
Deutscher Führerschein muss immer mitgeführt werden. Gültigkeit des internationalen Führerscheins: 3 Jahre. Alternative: beglaubigte Übersetzung (z.B. Australien).

Die Gültigkeit des internationalen Führerscheins ist auf drei Jahre begrenzt. Vergiss also nicht, rechtzeitig einen neuen zu beantragen, sodass du immer auf der sicheren Seite bist, wenn du einmal in eine Verkehrskontrolle geraten solltest. 

In manchen Ländern wie in Australien kannst du anstelle eines internationalen Führerscheins auch eine beglaubigte Übersetzung des deutschen Dokuments mitführen. 

Geschwindigkeitsbegrenzungen unbedingt beachten

Auf deutschen Autobahnen heißt es häufig „freie Fahrt“. In den meisten anderen Ländern der Welt sieht man es mit dem Geschwindigkeitsrausch aber nicht so locker. Dort herrschen auch auf Autobahnen häufig strenge Geschwindigkeitsbegrenzungen.

 In Frankreich liegt die absolute Obergrenze beispielsweise bei 130 km/h. In den Niederlanden dürfen auf weiten Teilen des Autobahnnetzes tagsüber sogar nur höchstens 100 km/h gefahren werden. Informiere dich genau zu den Geschwindigkeitsbegrenzungen, denn auch die Strafen können im Ausland mitunter sehr hoch sein. 

Alkohol am Steuer – Promillegrenzen variieren

In vielen Ländern liegt die Promillegrenze genauso wie in Deutschland bei 0,5 ‰. Das ist zum Beispiel in Belgien, Finnland und Frankreich der Fall. Ein Glas Wein dürfte hier also kein Problem darstellen. Es gibt aber auch Länder, die auf eine rigorose Nullpromille-Grenze setzen. In der EU sind das die Slowakei, Tschechien und Ungarn. 

In manchen Ländern herrscht Tagfahrlichtpflicht

In Deutschland liegt es im Ermessen des Autofahrers, tagsüber das Licht anzuschalten oder nicht. Moderne Autos aktivieren die Scheinwerfer bei schlechten Sichtverhältnissen automatisch, bei älteren Modellen ist das aber nicht der Fall. In einigen Ländern wie Schweden, Polen oder der Schweiz ist es zur Sicherheit aller verpflichtend, das Licht zu jeder Zeit angeschaltet zu haben. 

Auf bestimmten Strecken müssen Mautgebühren gezahlt werden

Während du in Deutschland als Privatperson nie mit Mautgebühren in Kontakt kommst, kann das im Ausland schon ganz anders sein. Informiere dich vorher, ob du die Gebühren unterwegs zahlen kannst oder ob du eine Vignette brauchst. 

Viele Länder haben mittlerweile die sogenannte E-Vignette eingeführt. Die kannst du einfach online beantragen. Die zuständige Mautfirma kann dann mithilfe deines Kennzeichens überprüfen, ob du die Gebühr ordnungsgemäß gezahlt hast. 

Das muss im Auto mitgeführt werden 

Tatsächlich gibt es auch verschiedene Vorschriften dazu, was du im Auto immer bei dir haben musst. In Deutschland bist du verpflichtet, eine Warnweste, ein Warndreieck und einen Verbandskasten mitzuführen. Das ist auch in vielen anderen Ländern vorgeschrieben. Ferner gibt es diese Ergänzungen: 

  • In Frankreich musst du zusätzlich einen Alkoholtester dabei haben. 
  • In Griechenland und Österreich gehört verpflichtend ein Feuerlöscher mit ins Auto. 
  • In Kroatien und Montenegro solltest du für den Notfall immer ein Ersatzglühlampenset dabei haben. 
  • In Serbien musst du sogar ein Abschleppseil und einen Reservereifen in den Kofferraum packen. 

Das sind natürlich nur Beispiele. Informiere dich vor Reiseantritt genau über die Bestimmungen in deinem Zielland und lege dir bei Bedarf die notwendige Ausrüstung zu. Übrigens wird das Fehlen bestimmter Gegenstände bei Kontrollen nicht immer geahndet. Wenn es allerdings zu einem Unfall kommt und du hast keine Warnweste oder keinen Feuerlöscher, kann das zu hohen Bußgeldern führen. 

Pack außerdem immer deine Fahrzeugpapiere und deinen Führerschein ein, damit du nachweisen kannst, dass du das Auto auch wirklich fahren darfst. Innerhalb von Europa kann es obendrein nicht schaden, das Formular für den europäischen Unfallbericht dabeizuhaben. Das gibt es in allen Sprachen der EU, ist aber immer gleich aufgebaut, sodass es den beiden Unfallparteien leichter macht, einen Unfallbericht auszufüllen, selbst wenn sie nicht die gleiche Sprache sprechen.

Related Articles